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In Deutschland wird 50 Prozent aller Energie im Bauwesen verbraucht. Im gesamten Verkehr, einschließlich Flug- und Schiffsverkehr, sind es nur elf Prozent. Eine ähnlich fatale Bilanz ergibt sich für das Müllaufkommen: Der Bauschuttanteil am Gesamtmüll liegt im Bundesdurchschnitt bei 40 Prozent, in einigen Großstädten bei 70 Prozent, einschließlich Erdaushub. Der Grund für die fast missionarische Beflissenheit, mit der sich Architektenverbände, Wohnungswirtschaft und Politik auf das Energiesparhaus stürzen, ist nachvollziehbar. In der Vorstellung, Bauen mit Sparen zu verbinden, realisiert sich so etwas wie die Quadratur des Kreises. ( > Quelle)


In der Ökobilanz eines Wohnhauses entfallen etwa 50 Prozent der nichterneuerbaren Primärenergie auf die Herstellung und Instandhaltung der gesamten Baukonstruktion. Die Varianten "Holz“ und "Massivbauweise“ zeigen bei Primärenergie aus nicht erneuerbaren Quellen über den Betrachtungszeitraum von 80 Jahren keine relevanten Unterschiede. Vergleicht man die Summe der Treibhausgasemissionen am Ende des Lebenszyklus, wird deutlich, dass durch häufigere Instandsetzungen bei der Holzvariante der anfängliche Vorsprung verschwunden ist und sich ein Vorteil für die dauerhafteren Massivbauweisen ergibt (Massiv:Holz = 372.935:401.935 kg CO2-Äqu.). ( > Quelle)


Bahnfahren ist nicht so klimafreundlich wie gedacht
. Um die unterschiedlichen Transportmittel miteinander vergleichen zu können, kalkulierten Forscher, wie viele Passagiere ein Fortbewegungsmittel während seiner Lebenszeit im Schnitt transportiert und wie viele Kilometer es maximal zurücklegt. Darin rechneten sie ein, welchen Anteil der jeweiligen Infrastruktur - Straßen, Gleise, Flughäfen - es während seiner Lebenszeit nutzt. Als Vergleichswert konnten sie dann den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen pro Kilometer und Person berechnen. Im Großraum von Boston war die Klimabilanz des Schienenverkehrs sogar schlechter als die eines großen Flugzeugs. ( > Quelle)


Nach einer Studie eines Wissenschaftlerteams um den Nobelpreisträger Paul Crutzen verursacht alternativer Treibstoff aus Energiepflanzen (z.B. Raps, Mais, Zuckerrohr) bei nichtnachhaltigem Anbau mehr Treibhausgase als Benzin, wobei die Hauptursache für die negative Klimabilanz der Einsatz von Kunstdünger ist. (> Quelle)


Die meisten Biogasanlagen belasten die Umwelt deutlich mehr, als sie ihr nutzen. Sie zerstören die Artenvielfalt, schädigen Gewässer und das Klima. (...) Immer neue Kuppeln von Bioreaktoren sprießen aus dem Boden und oft gleich daneben: kilometerweit Mais, der ergiebigste Kraftstoff für die Ökomeiler. Er verändert nicht nur das Wendland, sondern weite Teile der Republik. Die ökologischen Nebenwirkungen kennt kaum jemand besser als die Biologin Petra Bernardy. Sie lebt nördlich von Dannenberg in Hitzacker an der Elbe, ein Antiatomkreuz hängt an ihrem holzverkleideten Haus. »Ich bin für Biogas«, betont die Wissenschaftlerin, die unter anderem für das Bundesumweltministerium und das Biosphärenreservat Elbe forscht. Doch sie hadert mit den Folgen der Alternative: »Bitte keine weiteren Maisäcker mehr! Vor allem nicht mitten im Biosphärenreservat oder Vogelschutzgebiet!«

Hans Schuh: Biostrom, nein danke!


Eine Abfrage bei der Suchmaschine Google verursacht bis zu 7 g CO2. (die Angaben variieren je nach Interessenlage sehr stark) Die weltweite Nutzung von Computer und Internet verursacht mehr Treibhausgase als der Flugverkehr. (
> Quelle)


Energiesparlampen sind Sondermüll. Sie enthalten in geringen Mengen das hochgiftige Quecksilber. Selbst quecksilberhaltige Thermometer und Messgeräte sind inzwischen weitgehend verboten. Ob im Laufe der Jahrzehnte Millionen von zerdepperten Leuchtstoffbirnen und -röhren unsere Wohnungen, Häuser und Arbeitsplätze vergiften, haben die Schlaumeier in Brüsssel und bei IKEA allerdings nicht untersucht. Aber vielleicht geht ja den EU-Bürokraten dank des Heatballs ein Licht auf. Die Hoffnung stirbt, nein, glüht ja bis zuletzt...


Auch Kohlekraftwerke verursachen eine Zunahme der Quecksilberbelastung, da das in der Kohle enthaltene Schwermetall bei der Verbrennug mit in das Abgas gelangt (schon bei Zimmertemperatur wandelt sich Quecksilber in ein Gas um) (> Quelle)


Regional einkaufen gehört bei allen, die bewusst konsumieren, zum guten Ton. Doch Forscher, die die CO2-Bilanz von regionalen und global produzierten Produkten vergleichen, kommen mitunter zu verblüffenden Ergebnissen: So schneiden deutsche Äpfel aus dem Kühlhaus keinesfalls besser ab, als Import-Äpfel aus Neuseeland. Und bei Rindfleisch steht das heimische Fleisch gegenüber dem argentinischen Huftsteak sogar deutlich schlechter da. Denn die intensive Viehhaltung in Ställen und mit eigens produziertem Futter für die Rinder erfordert wesentlich mehr Ressourcen als die Weidehaltung in Argentinien. (> Quelle)


Mit dem Kauf von teuren, aber ökologisch eher vertretbaren Produkten, zeigt man, dass man es sich leisten kann, Kompromisse einzugehen – beispielsweise beim Fahrzeugdesign. Das demonstriert Status: Wir signalisieren damit, dass wir willens sind und über die Ressourcen verfügen, für das Wohl aller die Kosten von Selbstaufopferung auf uns zu nehmen. (…) Der psychologische "Trick" hinter dem Konzept [ des "grünen" Produktmarketings] ist der sogenannte normative Vergleich: Eine Rückmeldung über den eigenen Stromverbrauch allein sagt nicht viel aus. Menschen wollen wissen, wo sie im Vergleich zu anderen stehen. Das, was die Anderen machen, wird zur Norm und danach richten wir unser Verhalten aus, unabhängig davon, ob es gut oder schlecht ist.(> Warum es schick ist, die Welt zu retten)


Am größten ist vermutlich jene Gruppe der Wunschdenker, welche glaubt, man könne die Errungenschaften eines Industrielandes, das über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt und über ein soziales, kulturelles und verkehrstechnisches Netz verfügt, nach dem sich der große Rest des Planeten die Finger leckt, einfach so beibehalten, ohne dass es dazu permanenter Innovationen bedarf. Wenig Arbeit, schön viel Urlaub, null Gentechnik. Pharmaforschung ist Teufelswerk, Atom geht gar nicht. Die Parole der Wünscher lautet wie die der CDU in den Wahlkämpfen der Adenauer-Ära: Keine Experimente! (> Wolfgang Röhl)


Bis auf wenige Kilometer ist bereits die gesamte Nordseeküste verspargelt – riesige Windkrafttürme mit gigantischen Rotoren beherrschen den Horizont. Auch in den Mittelgebirgen schießen die Betonspargel in den Himmel, selbst der Hochschwarzwald bleibt nicht verschont. Dass die Gemeinde Waging, in der einst der legendäre Grüne Sepp Daxenberger Bürgermeister war, sich dagegen wehrt, erinnert an den Widerstand des kleinen gallischen Dorfes im Asterix-Comic. Dass der Tübinger Grünen-OB Boris Palmer mit seinen Stadtwerken in Windparks in der Nordsee investiert, entspricht mehr dem neuen Ökozeitgeist: hinaus aufs Meer, wo Bürgerinitiativen keinen Zulauf finden. Wir schützen ferne Korallenriffe, aber verjagen Zugvögel. Rund 8000 Kilometer neue Windstromautobahnen von wenigstens 90 Meter Breite sollen Deutschland von Nord nach Süd zerschneiden. Gerade ging der Tauberlandpark ans Netz – was romantisch klingt, ist ein 80 Fußballfelder großes Meer aus Solarspiegeln, das Strom für gerade mal eine Kleinstadt liefern soll. Heute sehen in Süddeutschland viele altehrwürdige Bauernscheunen aus wie notgelandete Ufos – total solarverspiegelt. Kein Winkel bleibt verschont vom Eifer der Strombauern: An der Alz, dem lange Zeit letzten unverbauten Fluss Bayerns, surren neuerdings Kleinwasserkraftwerke vor einer Beton-Staumauer. Die Äcker Nord- und Mitteldeutschlands verwandeln sich derweil in Rapsfelder für Biodiesel – grellgelb blühende Monokulturen, in denen Bienen wohl nur noch mit Sonnenbrille überleben. Der Naturbrennstoff Holz wächst in Form neuer Pappelwälder – aber es sind nicht die himmelhoch rauschenden Pappeln unserer Imagination. Der Wald besteht vielmehr aus Gestrüpp, das nach drei Jahren automatisch „geerntet“ wird.

Die herrschende ökologistische Lehre geht davon aus, dass Kohle, Öl und Gas die größten Posten in der deutschen Importrechnung sind – und irgendwann sei der Vorrat verbrannt, das Klima ruiniert. Der Naturschutz der vergangenen vier Jahrzehnte müsse daher zwingend der Energie-Industrialisierung geopfert werden. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz fließen Hunderte von Milliarden Euro in Formen der Energiegewinnung, die auf absehbare Zeit extrem unwirtschaftlich bleiben. Was lange Spielerei der Ökobewegten war, ist heute eine Subventionsmaschine für den ökoindustriellen Komplex, der flächendeckend die Natur dem Geschäft mit dem Klimawandel unterwirft; dominiert wird dieser von Industriegiganten, die sich auf diese Weise auch noch ein grünes Mäntelein umhängen.

Es wäre an der Zeit, eine neue Ökologiebewegung zu gründen, die gegen diese Ökoprofitbewegung zu Felde zieht und realistische Kosten-Nutzen-Abwägungen trifft, statt eine subventionierte Ideologiewirtschaft zu betreiben.

Roland Tichy: Das neue Natursterben


Es ist fast ein Ritual: Auf die Aussaat folgt der Angriff.
Wann immer jemand in Deutschland gentechnisch veränderte Pflanzen anbaut, werden Felder zerstört. Gentechnikgegner reißen Getreide und Kartoffeln aus der Erde oder zertrampeln den Acker. Sie zerstören damit nicht nur einen Teil der Ernte oder ein paar Quadratmeter Anbaufläche: Weil die meisten Aussaaten offene wissenschaftliche Fragen beantworten sollen, vernichten die Aktionen die Arbeit von Jahren.

Ökoterror: Die Gegner der grünen Gentechnik werden gewalttätig.