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Wer mit dem Auto durch kleine Städtchen wie Palo Alto oder Cupertino fährt, mit ihren von Redwood-Bäumen und geschmackvoll geschnittenen Hecken gesäumten Alleen, mit geteerten Straßen ohne ein einziges Schlagloch, so rein wie eine Chipfabrik, mit Vierteln voller schmucker und seltsam konformer Eigenheime im spanischen Kolonialstil, der glaubt kaum, dass hier Amerikas wirtschaftliches Herz im Takt der Meetings und Milliardendeals schlägt, deren Protagonisten um 5 Uhr aufstehen und den Tag mit Fitness und Kampfsport beginnen. An diesem gediegenen Flecken Erde liegt die Wiege des modernen Fortschritts, noch zumindest. Amerika hat Angst vor den Chinesen, Angst davor, seine Innovationskraft zu verlieren, und Steve Jobs stand wie kaum ein anderer für jene Eigenschaft, die so amerikanisch ist wie keine andere: die Kraft, sich immer wieder neu zu erfinden.

Hendrik Ankenbrand: "Leider ist der Tag gekommen" - Das Leben von Steve Jobs


In Südafrika gibt es derzeit 5,7 Millionen Steuerzahler und fast 13 Millionen Sozialhilfeempfänger. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit klagen die südafrikanischen Unternehmen aber über einen Mangel an Fachkräften. Bis zum Ende der Apartheid war der Grund für die extreme soziale Spaltung der Gesellschaft eindeutig zu benennen. Allerdings hat der seit 1994 allein regierende African National Congress nun 15 Jahre Zeit gehabt, die strukturellen Probleme des Landes zu lösen. Am fehlenden Geld hat es zumindest nicht gelegen, denn aufgrund seiner immensen Rohstoffvorkommen ist Südafrika einer der geringst verschuldeten Staaten der Welt. Auch wenn der Vergleich der Situation nicht ganz gerecht wird: Deutschland hat es in der Zeit zwischen 1945 und 1960 sogar geschafft 8 Millionen Heimatvertriebene zu integrieren und konnte schon in der zweiten Hälfte der 50-er Jahre allein aufgrund seiner Exportüberschüsse große Devisenreserven aufbauen.


Brasilien, das mit Rohstoffen und Naturressourcen reichste Land der Erde und bald fünftgrößte Wirtschaftsmacht verkauft Flugzeuge, Busse, Kaffee, Eisenerz, Fleisch und Zucker. 2016 finden in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele statt. Aber jeder fünfte Bewohner der Stadt lebt in einer Favela und mehr als 45 Millionen Menschen - etwa ein Viertel aller Brasilianer - erhalten über die "Bolsa Família" soziale Unterstützung. In den Favelas sterben pro Jahr schätzungsweise 50.000 Menschen durch Mord oder Totschlag. (Zum Vergleich im "Gaza-Krieg" zwischen Israel und der Hamas Anfang 2009 starben etwa 1300 Palästinenser und 13 Israelis) Die konkurrierenden Drogenkartelle erschießen ihre Gegner nicht nur, sie verbrennen, köpfen, zerhacken sie auch oder werfen sie Alligatoren zum Fraß vor. "Leichenteile werden absichtlich an verschiedenen Punkten des Armenviertels ausgestellt, tagelang und selbst bei größter Hitze. (...) Man fotografierte sogar Kinder, die mit abgeschlagenen Köpfen Fußball spielten. Vergewaltiger werden kastriert - Banditen natürlich ausgenommen. "Harmlosere" Strafen sind Folterungen oder das Durchschießen der Hände und Füße." (Klaus Hart: Berichte aus Brasilien) Trotz der wirtschaftlich glänzenden Entwicklung des Landes haben die "Favelados" die Hoffnung aufgegeben: "Lula (Präsident Luiz Inácio Lula da Silva) schafft das nicht, - die Verbrechersyndikate haben mehr Macht, und die Reichen auf ihrer Seite. Alle haben Angst vor denen - auch Lulas Arbeiterpartei !"


Ein Drittel der rund 100 Millionen Philippiner lebt heute unterhalb der Armutsgrenze. Das durchschnittliche Familieneinkommen liegt unter 300 Euro im Monat. Bis in die sechziger Jahre waren die Philippinen nach Japan das zweitreichste Land Asiens. Doch während Länder wie Thailand oder die Tigerstaaten Südkorea, Singapur und Taiwan sich wirtschaftlich entwickelten, versickerte ein Großteil der Einnahmen aus Handel und Industrie auf den Philippinen im Geflecht allgegenwärtiger Korruption. Die Armut wird noch verschlimmert durch explodierende Bevölkerungszahlen: In einem halben Jahrhundert hat sich die Anzahl der Philippiner verdoppelt. Rund 50 Prozent davon sind unter 25 Jahre alt. Allein in Manila lebt ein Viertel der Bewohner in illegalen Siedlungen oder Slums. Das größte Hemmnis für wirtschaftliches Wachstum und sozialen Ausgleich ist die extreme Korruption. Siehe auch: Wissenschaftler gibt Währungsfonds Schuld an Hungerkrisen


In Nordkorea liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei 65 Jahren, bei Frauen sind es 68 Jahre. Etwa ein Drittel aller Kinder sind unterernährt. Westlichen Hilfsorganisationen zufolge sind im Land rund 200.000 politische Gefangene interniert, von denen etwa 10 bis 20 Prozent sterben oder exekutiert werden. Es gibt Berichte denen zufolge an Gefangenen Menschenversuche mit Gasen und Viren vorgenommen werden. Die bevölkerung ist vom globalen Internet abgeschottet, nur Betriebe, Behörden und Ministerien sind durch ein landesweites Intranet verbunden. Der Besitz von Mobiltelefonen ist nur ranghohen Regierungsvertretern vorbehalten. Bis 1969 war Nordkorea dem lange Zeit politisch und ökonomisch instabilen Süden wirtschaftlich überlegen. Heute ist Südkorea ein nach westlichen Maßstäben stabiles und demokratisches Land, welches 2005 das zehntgrößte Bruttoinlandsprodukt weltweit erwirtschaftete. Die Entfernung zwischen den beiden koreanischen Hauptstädten Seoul und Pjöngjang beträgt gerade mal 195 Kilometer, also etwa die Distanz zwischen Hamburg und Braunschweig


Trotz seines Reichtums an Rohstoffen gehört der Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt. Im seit acht Jahren dauernden "afrikanischen Weltkrieg" sind bis zu 3,9 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Da die kongolesische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit dazu neigt, die Schuld an jedwedem Unheil nie bei sich selbst, sondern immer bei anderen zu suchen, fällt der Glaube an Dämonen bei ihr auf fruchtbaren Boden. Jemanden der Hexerei zu beschuldigen ist der einfachste Weg, sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen. Zwischen 20.000 und 25.000 sogenannte "enfants sorciers" - "verhexte Kinder" leben auf den Straßen der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa - ausgestoßen von ihren Familien, weil sie von einem Dämon besessen sein sollen, der Unglück über die ganze Sippe bringt. Neben der katholischen Kirche und einiger weniger seriöser Glaubensgemeinschaften gibt es im Kongo etwa 3.000 Sekten, deren Prediger Erlösung im Diesseits versprechen und dabei hemmungslos den unausrottbaren Dämonenglauben ausbeuten. Fällt ihr Bannstrahl auf ein Kind, ist es verloren.

siehe auch: Herz der Finsternis


Pakistan befindet sich heute schon mitten in einem Bürgerkrieg auf kleiner Flamme. Letztes Jahr wurden 25.000 Pakistaner durch terrorbedingte Gewalt getötet oder verletzt, und das sind nur die Zivilisten. Das sind drei Mal so viele zivile Tote oder Verletzte wie in Afghanistan im selben Zeitraum. Pakistan ist im Moment sehr zerbrechlich, unberechenbar und explosiv. Alles, was in Afghanistan geschieht, hat massive Auswirkungen auf Pakistan. Ein Sieg der Dschihadisten in Afghanistan hätte enorme Konsequenzen. Er könnte sogar das Signal für eine Machtübernahme durch Dschihadisten in Pakistan sein. (…) Es gibt bereits jetzt viel Unruhe in der pakistanischen Armee wegen der Operationen gegen die Militanten. Wir könnten eines Morgens mit einem neuen Zia ul-Haqq an der Macht aufwachen, einem echten Dschihadisten, nur dass dieses Mal nicht die Sowjetunion als Feind bereit stünde.

Bruce Riedel


Die Kosten für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan liegen offenbar deutlich höher als von der Bundesregierung veranschlagt. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Bundeswehr-Mission in den vergangenen zehn Jahren 17 Milliarden Euro gekostet. Das ist drei Mal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagten 5,5 Milliarden Euro. Das deutsche Budget für Entwicklungshilfe liegt im Jahr 2011 bei insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro. Weniger als die Hälfte des Geldes kommt wirklich armen Ländern zugute. Größter Nutznießer der EU-Hilfen ist ausgerechnet die Türkei.


Libyen zum Beispiel. Ich für meinen Teil verstehe nicht, was da abläuft. Lagen Merkel und Westerwelle nicht doch damit richtig, die Deutschen raus zu halten? Hätte man die Stämme ihre Verteilungsprobleme nicht besser unter einander ausschießen lassen sollen? „Zivile Opfer“ hätte - und hat - es in jedem Fall gegeben, mit oder ohne Nato. Wer will sagen, wie die Rechnung am Ende aussieht? Und wen müsste die Nato denn noch angreifen, wenn man ihre Begründung für den Einsatz – Diktator misshandelt „sein Volk“ – konsequent anwendet? Die halbe Welt, oder? Warum eigentlich wurden Mugabes Schergen nie angegriffen? Warum nicht die Reitermilizen im Sudan? Warum nicht die Militärs in Burma? Warum nicht die Machthaber in Nordkorea? Warum nicht der Jemen, der Iran? - Weil es geopolitisch nicht geht, klar.

Wolfgang Röhl: Mein letzter Leuchtturm: die Grünen


Außer blauem Meer, endlosen Stränden und ein bisschen Olivenöl und Feta-Käse hat Griechenland wirtschaftlich nicht viel zu bieten. Als Motor der Gesellschaft gilt deshalb der private Konsum. Mehr als 70 Prozent der Wirtschaftsleistung hängen von ihm ab, heißt es in einer neuen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Aber der Konsum ging im letzten Quartal 2010 aufgrund von Lohn- und Pensionskürzungen um 8,6 Prozent zurück, der Einzelhandel schrumpfte um 12 Prozent, 65.000 Geschäfte mussten schließen, so die Studie. Bis 2015, wenn die neuen Sparmaßnahmen voll gegriffen haben sollen, wird der Lebensstandard für Arbeitnehmer und Rentner im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent sinken.

Manfred Ertel: Griechenland droht die Massenarmut


Wodurch also wird Armut tatsächlich verursacht?
Ich glaube, es hat etwas mit Geld zu tun. Afrika hat sehr viel von beidem. Pro Jahr fließen fast 70 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe dorthin. Alleine der Kongo, mit all seinen Bodenschätzen das potentiell reichste Land Afrikas, wird mit zwei Milliarden Euro Hilfsgeldern pro Jahr praktisch überflutet. Geld, das hauptsächlich für Präsidentenpaläste, Schnellfeuergewehre und Großraumlimousinen ausgegeben wird. Wenn tatsächlich Projekte vorangetrieben werden, dann dienen sie vor allem dafür, den Geberländern Effektivität und Produktivität vorzugaukeln.

Vince Ebert: Egotrips ins Elend


Wie verhindert man Mangelernährung? In einer Studie mit zufällig ausgewählten Haushalten in China stellten Forscher fest, dass gerade diejenigen weniger Kalorien zu sich nahmen, denen sie auf Reis oder Nudeln einen Rabatt gewährt hatten. Die Armen gönnten sich von dem ersparten Geld lieber Shrimps oder legten es für einen Fernseher beiseite. Statt Grundnahrungsmittel noch höher zu subventionieren, sei es oft sinnvoller, ausreichend Vitamine und Mineralien für Schwangere und Kinder bereitzustellen, sagt Duflo. »Das Kind wird sein ganzes Leben lang davon zehren«.

sehr lesenswert: Max Rauner: Was wirklich hilft - "Entwicklungshilfe ist oft ein Blindflug"


Dies nämlich ist das große, das wunderbare, das mit Eifersucht gehütete Geheimnis von New York: Diese Stadt fängt schon bald an, dem Neuankömmling zu gehören. Spätestens dann, wenn er die U-Bahnstationen auswendig im Kopf weiß, wird sie zum persönlichen Privateigentum jedes Einwanderers. Das war schon immer so, und es wird sich zum Glück nie ändern. In New York muss man keinen vornehmen Anzug besitzen, damit man dazugezählt wird; man braucht auch nicht Kölner Karneval zu feiern. Man kann Katholik, Hindu, Muslim oder ungläubig sein - gleichviel. Ein Zehntel aller Juden auf der Welt lebt hier. "Dies ist unser Wilna", sagte mir ein Freund, gleich nachdem ich in New York gelandet war; dazu sollte man wissen, dass Wilna, die Hauptstadt von Litauen, einst - also vor dem Völkermord - das "Jerusalem des Ostens" hieß, ehe das jüdische Leben dort ausgetrampelt wurde.

Hannes Stein: If I can make it there ...


In Israel verfügen 34 % der Bewohner über eine Schulbildung von mehr als 13 Jahren, 17 % besitzen einen Hochschulabschluss. Weltweit führend in der Landwirtschaft, Wissenschaft, Hi-Tech und Medizin hat das Land 145 Wissenschaftler und Techniker per 10.000 Einwohner – in den USA sind es 85, in Japan 70 und in Deutschland weniger als 60. Mehr als 3.000 High-Tech-Unternehmen sind in Israel vertreten. Damit hat der jüdische Staat nach dem kalifornischen Silicon Valley die höchste Konzentration an High-Tech-Unternehmen weltweit, obgleich es mit seinen 22.000 qkm gerade mal so groß ist wie das Bundesland Hessen. Israel ist der einzige demokratische Staat mit Glaubens- und Kulturfreiheit im gesamten Nahen Osten und hat im Verhältnis zu seiner Bevölkerung weltweit die meisten Einwanderer integriert. Seine arabische Bevölkerung hat sich seit der Staatsgründung etwa verzehnfacht (von etwa 150.000 im Jahr 1949 auf 1,5 Millionen heute, Details siehe: Ralf Balke) Heute ist jeder fünfte Israeli ein Araber. Arabisch ist neben dem Hebräischen die zweite offizielle Amtssprache. In arabischen Schulen wird auf arabisch gelehrt und an hebräischen Schulen wird Arabisch neben Englisch als zweite Fremdsprache angeboten. Auch wenn der Weg bis zur Gleichberechtigung noch weit ist, scheinen sich die meisten Araber im Land wohl zu fühlen. Eine Harvard Studie aus dem Jahr 2008 zeigte, dass 77% der Araber lieber in Israel leben wollen als in jedem anderen Staat der Welt. Einigen ist es mittlerweile sogar im jüdischen Kernland gelungen, in die obersten Etagen aufzusteigen. Im Jahr 2007 wurde Ghaled Madschadla erster arabischer Minister und im Außenministerium arbeiten bereits mehrere arabische Botschafter. (Quelle: Gil Yaron)

Siehe auch: Dänen, raus aus Dänemark !- und: "Israel ist eine Art Wundergesellschaft“ - und: "Freilich für Israel" - und: Israelis Come in High on Happiness Survey


Die arabische Bevölkerung in Israelalle hat alle Rechte. Man bemüht sich sehr darum, sie über Bildung zu assimilieren. Das führt zu Spannungen, etwa wenn es um das Studium von Mädchen der Beduinen geht. Sie werden aus ihrem Milieu herausgeholt, das ist ein positiver Prozess. Den arabischen Israelis geht es besser als allen Arabern auf der Welt. Ihre Lebenserwartung ist 79 Jahre. Die Zusammenarbeit, auch mit den Palästinensern jenseits des Zauns, ist stärker, als in europäischen Medien reflektiert wird. Die jüdischen Siedlungen in der Westbank sind der größte Arbeitgeber.

Chaim Noll


Der israelische Wirtschaftsboom der vergangenen Dekade hat auch die Lebensverhältnisse der Palästinenser hinter dem Zaun und der Beduinen auf unserer Seite deutlich gehoben. Auch darüber haben deutsche Medien in den vergangenen zehn Jahren so gut wie nie berichtet. Das Wirtschaftswachstum im Westjordanland liegt bei 6 Prozent, eine Traumzahl für jede europäische Wirtschaft. Nach Umfragen der Universität Nablus, die in keiner deutschen Zeitung erwähnt wurden, findet sich derzeit keine palästinensische Mehrheit für eine eigene Staatsgründung - viele scheinen mit dem Status quo zufrieden. Die Palästinenser im Westjordanland leben heute besser als viele andere Araber im Nahen Osten, ihr Lebensstandard ist höher als etwa in Syrien oder im Irak. (...) Die zentrale Frage dieser Debatte, ob Kritik an Israel "erlaubt" sei, ist verfehlt. Für Juden gibt es traditionell kein Tabu des Denkens, folglich auch kein Verbot, irgendetwas oder irgendwen in der Welt kritischer Betrachtung zu unterziehen. Juden haben das kritische Denken eigentlich erst kultiviert, zur Methode gemacht und damit immer wieder soziale Verhältnisse, Wissenschaft und Kunst revolutioniert. Jüdische Kritik gilt auch dem Staat Israel. Er wird vermutlich von Juden, besonders von Israelis, kritischer gesehen als von irgendwem sonst.

Chaim Noll: In Reichweite der Raketen


Im Jahr 1900 machten jüdische Schüler in Deutschland 7,5-mal so oft Abitur wie Schüler der christlichen Mehrheit, jüdische Mädchen besuchten 11,5-mal so häufig Höhere- Töchter-Schulen. Knapp 60 Prozent aller jüdischen Schüler erlangten einen höheren Abschluss als Volksschule, aber nur sieben Prozent der christlichen.

Bei einem Bevölkerungsanteil von einem Prozent stellten die Juden zehn Prozent aller Studenten, diese studierten schneller als ihre christlichen Kommilitonen, legten die besseren Examina ab und verdienten anschließend deutlich besser. In Frankfurt am Main zahlte ein jüdischer Erwerbstätiger im Durchschnitt viermal so viel Steuern wie ein protestantischer und achtmal so viel wie ein katholischer. Kurz: Um 1900 wiesen die christlichen Deutschen jene Bildungsrückstände auf, die Thilo Sarrazin heute bestimmten muslimischen Einwanderergruppen vorwirft.

Warum hatten die Juden die Nase vorn? Sie waren seit alters urbanisiert, und in den wachsenden Städten lag die Zukunft. Die meisten jüdischen Knaben lernten von jeher lesen und schreiben. Das gehörte zu ihrer religiösen Bildung, eine Religion, in der man diskutiert, streitet, liest, nachdenkt – nicht einfach wie im Christentum glaubt. Jüdische Religion ist geistige Gymnastik. Christenfamilien mussten damals, der Not gehorchend, aus bäuerlichen Verhältnissen in die Stadt ziehen. Kaum alphabetisiert, unkultiviert und entwurzelt benötigten sie drei bis vier Generationen elementarer Schulbildung, bis der Erste in akademische Höhen aufstieg.

Mehr als an Gene glaube ich an die Bedeutung sozialer und kultureller, also auch religiöser, Lebensumstände. Die christlichen Mehrheitsdeutschen haben seit 1900 kräftig aufgeholt. Die noch Bildungsfernen unter den muslimischen Zuwanderern können das auch – vermutlich schneller als einst die christlichen Deutschen.

Götz Aly


Antisemitismus und Antizionismus werden bis weit in die Mitte der Gesellschaft banalisiert und verharmlost – symptomatisch sind allerlei schiefe Vergleiche zwischen Antisemitismus und "Islamophobie". "Was ist los in Deutschland?", fragt der Politikwissenschaftler Clemens Heni, wenn unter dem Label „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" Judenhass auf eine Stufe mit der Ausgrenzung von Hartz-IV-Empfängern gestellt wird. Kann es sein, dass die Empathie vieler Deutscher für den Terroristenführer Osama bin Laden, dessen Tod mehr Gefühle des Bedauerns als der Erleichterung ausgelöst zu haben scheint, einer verwirrten Spielart moralischen "Herrenmenschentums" geschuldet ist? Henis Fazit ist nicht neu, angesichts der erdrückenden Belege aber von bestürzender Aktualität: "Antisemitismus wird toleriert, forciert und als nicht skandalös angesehen". Forscher und Medienschaffende widmen sich häufig lieber der Schimäre der "Islamophobie" als der Gefahr des Islamismus, lautet eine weitere Diagnose. Dabei vermisst Heni den Blick aufs Wesentliche: "Der Islamismus mit seinen beiden Ingredienzen Scharia und Antisemitismus ist eine der größten Gefahren für die Menschheit im 21. Jahrhundert. Der Gefahr muss man begegnen – als Bürger, Politikerin, Journalist, Autorin, Publizist sowie als Zeitgenosse" Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund: "Wer die heutige Situation der Muslime mit der Geschichte der deutschen und europäischen Juden bis 1945 und des Antisemitismus seither vergleicht, beendet die seriöse Antisemitismusforschung." – Punkt. Aus. Ende.

Martin Kloke: Der unerbittliche Moralist

The Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA)

Clemens Heni: Schadenfreude. Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11.


Der Antizionismus der linken Intellektuellen, auch der jüdischen linken Intellektuellen, ist das dunkle Loch, in das sich der Antisemitismus verkrochen hat. Eine Art Maskenball, man hat ein politisches Alibi, um seinen Antisemitismus ausleben zu können. Antizionismus ist Antisemitismus. Und das hat nichts mit Kritik an Israel zu tun. Es geht nicht um das, was Israel tut, sondern darum, dass es existiert.

Howard Jacobson


Vor Ort haben sich auch einige Moschee-Besucher versammelt, schauen dem Tun der Beamten zu. Sie geben sich als friedlich und aufgeklärt, in der Moschee werde “nur von Frieden gepredigt”. Und die Razzia? „Alles Medienhetze, wegen dem 11. September machen die Hetze. Ich komme und bete hier drei Mal die Woche. Ich bin gläubig, aber kein Rassist, trage sogar eine England-Flagge auf dem Pulli“, beteuert ein 25-jähriger Palästinenser aus dem Libanon. Aber schon nach kurzem Kratzen an der Oberfläche wird er konkreter. “Die Juden sind überall, die Medien gehören denen”, behauptet er. Und Axel Springer sei Jude. Auch die Hinweise, dass Axel Springer a) verstorben und b) kein Jude gewesen ist, lassen ihn, der seinen Namen nicht nennen will, nicht von seiner Theorie abweichen. „Aber Friede Springer ist Jude“, behauptet er, was ebenso wenig stimmt. Und sowieso: „Amerika steckt hinter dem 11. September!“ Ein etwa 40-jähriger Ägypter kommt hinzu, er ist niedergelassener Zahnarzt. Er erklärt, gegen Juden habe er nichts, aber „diese Zionisten sollten verschwinden“. Und Osama bin Laden? „Er hat die richtige Diagnose gestellt, aber bei der Behandlung liegt er etwas falsch“, sagt er in der Diktion seines Berufsstands.

Was ich in einer Berliner Moschee zu hören bekam


M. ist das, was man wohl einen gemässigten syrischen Muslim nennen würde. Toleranz ist ihm oberstes Gebot, ein christliches Gotteshaus verdient für ihn ebensoviel Respekt wie eine Moschee und während er selbst im Ramadan fastete, bemühte er sich zu jeder Gelegenheit, dem Besucher aus Deutschland Wasser anzubieten. Noch nicht einmal in den Moscheen nahm irgendjemand Anstoss daran. Nicht ohne Stolz zeigt mir M. sein Aleppiner Heimatviertel Suryan Adime, das zur Hälfte von Christen bevölkert wird und ein gutes Beispiel dafür abgibt, wie konfliktfrei das Zusammenleben der Religionen sein kann. Auch mit Juden, von denen es noch einige in Aleppo geben soll, hat er keine Probleme. Die Anhänger von al-Qaida hält er für verkrachte Existenzen. Doch wenn es um Israel geht, redet sich selbst M., der von seiner Art her ein wirklich sympathischer Bursche ist und dem ich wegen seiner Hilfsbereitschaft viel zu verdanken habe, in Rage. Wer sich jemals die Buchhandlungen in einem beliebigen arabischen Land angeschaut hat, bekommt sehr schnell einen Eindruck nicht nur vom grassierenden Antisemitismus dieser Länder, sondern auch davon, dass es eine regelrechte Obsession für Juden und Israel gibt. Ein Bildband über die Juden gibt Auskunft über die verschiedenen Nasenformen von Sepharden und Aschkenasen; ein anderer Band befasst sich mit „Juden, Judentum und Zionismus“, in einer Buchaussstellung in der Nationalbibliothek finden sich Titel über den Zusammenhang von Freimaurerei und Judentum oder über die „Länder der Achse des Terrorismus: Amerika, Grossbritannien, Israel“, und dergleichen mehr.

Michael Kreutz: Wie man proisraelisch wird


In der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 erklärte sich Großbritannien einverstanden mit den zionistischen Bestrebungen, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten. Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften gewahrt bleiben. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen. Am 31. Oktober 1917 erfolgte die Eroberung von Beerscheba unter dem britischen General Edmund Allenby und somit begann die Eroberung Palästinas durch britische Truppen, welche bis Dezember 1917 faktisch beendet wurde. Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der zionistischen Weltorganisation gerichtet. Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen. (...) Von arabischer Seite gab es zunächst keinen Protest gegenüber der Balfour-Deklaration. Erst als verschiedene Auffassungen der Deklaration bekannt wurden, legte man Wert auf eine eigenständige Stellungnahme, damit arabische Interessen berücksichtigt würden. Deshalb strebten die jüdischen Vertreter auch eine Übereinkunft mit arabischen Repräsentanten an. Zu diesem Zweck traf Weizmann Ende 1918 in London Faisal I., Sohn des Königs Hussein, und schloss mit ihm am 3. Januar 1919 das Faisal-Weizmann-Abkommen, in dem die Araber den jüdischen nationalen Bestrebungen und der jüdischen Einwanderung nach Palästina zustimmten. Als Bedingung wurde die Verwirklichung der arabischen Unabhängigkeit vereinbart. Die Times veröffentlichte am 12. Dezember 1919 einige Statements, die den Erfolg der Verhandlungen verdeutlichen. Darin heißt es, dass sich die beiden Hauptzweige der semitischen Familie mit Verständnis gegenüber ständen. Die Araber empfänden keinen Neid gegenüber den Juden und strebten eine faire Zusammenarbeit an, wie es ihnen auch von jüdischer Seite zugesichert worden sei. In einer Denkschrift erklärte Faisal: „Die Juden stehen den Arabern blutsmäßig sehr nahe und zwischen den beiden Völkern gibt es keinen Konflikt der Charaktere. Grundsätzlich besteht zwischen uns absolutes Einvernehmen.“ Als Churchill Palästina besuchte, vereinbarte er mit Emir Abdallah von Transjordanien, dem heutigen Jordanien, verschiedene Zugeständnisse, deren Erläuterung in Churchills Weißbuch von 1922 veröffentlicht wurde. Darin wurde betont, dass man zur Balfour-Deklaration stehe, stellte jedoch arabische Selbstverwaltungen in Aussicht. Zionistischen Institutionen wurde kein Mitspracherecht eingeräumt und man betonte, dass die Regierung nicht die Absicht habe, Palästina „so jüdisch werden zu lassen, wie England englisch ist“.

Wikipedia: Balfour-Deklaration

siehe auch Wikipedia: Region Paläsrina


Am 6. Oktober 1973 - an Jom Kippur, dem höchsten israelischen Feiertag - unternahmen Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff gegen Israel. Zu diesem Zweck war ein Äquivalent der gesamten NATO-Streitkräfte Europas an Israels Grenzen zusammengezogen worden. Auf den Golanhöhen standen etwa 180 israelische Panzer dem Ansturm von 1400 syrischen Panzern gegenüber. Entlang des Suezkanals wurden weniger als 500 israelischen Soldaten von 80000 Ägyptern angegriffen. Nachdem Israel, das in den beiden ersten Kampftagen in die Defensive gedrängt worden war, seine Reserven mobilisiert hatte, konnte es die Eindringlinge zurückschlagen und den Kriegsschauplatz tief nach Syrien und Ägypten verlagern. Die arabischen Staaten wurden von der Sowjetunion unterstützt, die den amerikanischen Bemühungen um eine sofortige Feuereinstellung ablehnend gegenüberstand. Daraufhin begannen die USA - etwas verzögert - mit der Errichtung einer Luftbrücke nach Israel. Zwei Wochen später wurde Ägypten vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor einer katastrophalen Niederlage bewahrt - von demselben Sicherheitsrat, der, solange die Vorzeichen für die Araber günstig standen, stillgehalten hatte. So lange es so aussah, als würden die arabischen Angreifer den Krieg gewinnen, zeigte die Sowjetunion keinerlei Interesse, sich um einen Friedensschluss zu bemühen. Eine ähnliche Haltung legte der damalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim an den Tag

Mitchell G. Bard: Behauptungen und Tatsachen zum Jom-Kippur-Krieg


"Ich will einen Flughafen, einen richtigen Pass, ein Visum. Ich bin unter israelischer Besatzung geboren. Ich will endlich wissen, wie sich Freiheit anfühlt", sagt Sari im Shopping-Zentrum. Er ist bereit, einen Palästinenserstaat, wie von Abbas gefordert, in den Grenzen von 1967 anzunehmen. "Aber danach machen wir weiter, bis wir Tel Aviv erobern." Raed Kadadka, ein Bauarbeiter, der nebenan seinen Kaffee schlürft, stimmt Sari zu: "Wenn die Flüchtlinge heimkehren, ist in Palästina nicht genug Platz. Dann müssen die Juden hier verschwinden." Israels Standpunkt will hier niemand hören. Laut Abu Eid soll die Übertragung kurz vor Benjamin Netanjahus Ansprache in der Uno abgebrochen werden. Er soll nach Abbas reden. "Der Mann ist nur Schall und Rauch. Niemand glaubt ihm. Besser, wir schalten ab, wir wollen ja keine Gewalt gegen die Leinwand hier sehen", sagt Abu Eid. Sari ist pessimistisch: "Mit Israel wird nichts friedlich bleiben", sagt der junge Mann.

Gil Yaron: Palästina erwartet den Schicksalsmoment


Israel ist international isoliert wie nie zuvor. Der kritische Beobachter muss deshalb die Frage stellen: Sind die Israelis blind? Sehen sie nicht, dass ihre Politiker das Land immer tiefer in die Isolation treiben? Begreifen die israelischen Politiker nicht, was sie da tun? Wer die Israelis kennt, kennt auch die Antwort: Es handelt sich nicht um Blindheit, sondern um eine Sicht- und Handlungsweise, deren Wurzeln sich in der Bibel finden. Das 4. Buch Mose, Kapitel 23, Vers 9, bietet sich als Schlüssel an: Israel, steht dort, ist "ein Volk, das abgesondert wohnt und unter die Nationen nicht gerechnet wird". Den hebräischen Urtext lesen moderne Israelis sogar so: "ein Volk, das abgesondert existiert und auf die Gojim (also die Nichtjuden) keine Rücksicht nimmt".

Moshe Zimmermann: Lieber allein als beliebt


Je nach religionswissenschaftlicher Definition ist das Judentum die erste Weltreligion. Die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des sich selbst als Volk Israel bezeichnenden jüdischen Volkes existiert seit 4000 Jahren. Zum Ende der Antike fanden sich jüdische Gemeien weit über den römisch-hellenistischen Raum hinaus verstreut bis nach China, Indien und Afrika. Zeitweilig lag der jüdische Anteil an der Weltbevölkerung bei 10 Prozent, heute sind es nur noch 0,25 Prozent. 1934 wurden auf der Welt 17 Millionen Juden gezählt, davon fielen 6 Millionen dem Holocaust zum Opfer. Von den heute lebenden 13 Millionen Juden leben in 5 Millionen in Israel und 5,7 Millionen den USA. Die jüdische Identität bezieht sich aber nicht notwendig aus der Religion, sondern eher auf das gemeinsam durchlittene Schicksal. Viele Juden betrachten sich zugleich als patriotische Briten oder Amerikaner - bis 1933 auch als patriotische Deutsche. Die Grundüberzeugungen des Judentums sind sehr liberal: Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder familiärer Hintergrund spielen keine Rolle. Das Judentum missioniert nicht, die jüdische Religion unternimmt keinen Versuch nichtjüdische Menschen zu einer Konversion zu bewegen. Zu den 613 Geboten der Tora ist nur ein Jude verpflichtet, also ein Mensch, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder freiwillig (aus eigener Überzeugung ohne jegliche Missionierung oder Überredung) nach den traditionellen rabbinischen Regeln dem Judentum beigetreten ist. Dementsprechend sieht ein Jude einen Nichtjuden, der zum Beispiel Schweinefleisch isst oder den Schabbat nicht hält, nicht als einen "noch zu bekehrenden Sünder" an.

mehr u.a. im größten jüdischen deutschsprachigen Webportal "haGalil" (hebräisch für Galiläa)


In den trockenen Zahlen und Listen scheint das unglaubliche Phänomen der Dauer Israels auf, das jüdische wie nichtjüdische Beobachter schon immer in Staunen versetzte: Wie ist es möglich, dass die jüdische „Schmerzenskarawane“ (H. Heine) die zweitausendjährige Wanderung durch die Wüste des Exils überstanden hat? Wie ist es möglich, dass das Volk Israel immer wieder aus der Asche aufersteht? Wie kann man diesen aller Wahrscheinlichkeit spottenden Erhaltungssatz der jüdischen Lebensenergie erklären? Das Phänomen hat so manchen eingefleischten Skeptiker ins Wanken gebracht.
Friedrich der Große erklärte einmal, die Fortdauer des jüdischen Volkes, die er als König nach Kräften behinderte, sei das einzige Wunder, das er anerkenne. Baruch Spinoza, der jüdische Zweifler aus Amsterdam, hatte dafür eine recht profane Erklärung. Es seien die Judenverfolger, die die Juden in ihrem Sein erhielten, oder, wie es ein moderner jüdischer Sozialhistoriker einmal ironisch formulierte: Der Antisemitismus sei „eine Weltverschwörung zur Erhaltung der Juden“. Spinoza führt das Beispiel seiner eigenen portugiesischen Vorfahren an. Obwohl sie getauft waren, hat man sie niemals als vollwertige Christen akzeptiert und integriert – deswegen seien sie schließlich wieder Juden geworden. Dass Außendruck zusammenhält, ist eine Binsenwahrheit. Solcher Zusammenhalt löst sich aber gleich wieder auf, wenn der Druck nachlässt. Darum ist die Unterdrückung der Juden als Erklärung ihrer Erhaltung nicht ausreichend. Zu den negativen, äußeren müssen noch positive, innere Faktoren hinzukommen. Einen solchen Faktor geben unsere Namenslisten beiläufig preis. Aus ihnen kann man nämlich ersehen, dass die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten immer noch die gleichen hebräischen Namen wie ihre Vorfahren vor dem Einzug trugen: Ruben, Simon, Levi, Juda usw. (Num 1, 5 ff.). Durch ihre Namen haben sie in der Fremde ihre unverwechselbare israelitische Identität erhalten.

Daniel Krochmalnik: Die Ewigkeit Israels


Der bekannte Historiker Egon Flaig mag das Gerede von der "Singularität des Holocaust" nicht mehr hören und begründet seine Unlust folgendermaßen: "Es gibt keinen semantischen Gerichtshof, welcher verbieten würde, einem Geschehnis Bedeutung zu verleihen, und der anordnen könnte, einem anderen Geschehnis Bedeutung zu entziehen. Und wenn ich behaupte, die athenische Demokratie sei ebenso einzigartig wie die Schoa, dann kann ich dafür einen guten Grund nennen: Sie ist nämlich für mich bedeutsamer als die Schoa." Das riecht nach Skandal. Relativiert da einer den Holocaust? Nein, tut er nicht, er tut nur so als ob, um einen Skandal zu provozieren. In der Tat führt die Formel von der "Singularität des Holocaust" in eine logische Sackgasse. Wenn der Holocaust "singulär" war, dann muss man auch nicht befürchten, dass er sich wiederholen könnte. Dann könnte man sich all die Gedenkfeiern schenken, die mit "Wehret den Anfängen!" beginnen und mit "Nie wieder!" enden. Etwas einmalig Einzigartiges kann nicht noch einmal passieren. War der Holocaust aber nicht "singulär", dann müsste man die Drohungen, die der iranische Präsident gegen Israel ausstößt, ernst nehmen statt sie so zu bagatellisieren ("Rhetorisches Säbelrasseln..."), wie man das einst auch mit dem Inhalt von "Mein Kampf" tat. Gut, dass wir daran erinnert haben.

Henryk M. Broder: Gedenkt dem Gedenken!


Noch ausgeprägter als in Portugal sind die antisemitischen Vorurteile in Polen und in Ungarn. Ein Beispiel: Der Aussage, Juden hätten zu viel Einfluss im Land, stimmten gerade mal sechs Prozent der befragten Niederländer zu. Von den Deutschen waren es 20 Prozent, bei den Polen dagegen 50 und bei den Ungarn sogar 69 Prozent.
Daniela Siebert: Antisemitismus in Europa

Give the Middle East to the Jews


Jeder, der sich mit dem Nahostkonflikt beschäftigt, stößt über kurz oder lang auf das Völkerrecht. Dieses, so heißt eine gängige Mär, gebe einerseits den Palästinensern eindeutig Recht und würde andererseits von Israel permanent verletzt. So einfach ist es natürlich nicht, aber auch das Völkerrecht ist anfällig für Verzerrungen und Unwahrheiten, ein Umstand, den sich Israelfeinde zu nutze machen, um dem jüdischen Staat zu schaden, wo sie nur können. Im Englischen hat sich hierfür seit einigen Jahren der Begriff ‚lawfare‘ etabliert, ein Neologismus aus den Worten ‚law‘ (Recht/Gesetz) und ‚warfare‘ (Kriegsführung). In Anlehnung an Carl von Clausewitz‘ berühmten Ausspruch könnte man sagen, dass hierdurch die Rechtsprechung zu einer bloßen Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln wird. (…) Gegenwärtig geht man davon aus, dass nur vollwertige Staaten vor dem Internationalen Gerichtshof als Kläger auftreten können, weshalb auch klar ist, warum die Palästinenser so versessen darauf sind, ohne Verhandlungen mit Israel diesen Status zu erlangen. (…) die Folgen hingegen könnten verheerend sein. Jeder Versuch, Schmugglertunnels in Gaza zu zerstören, Terrorzellen im Westjordanland oder in Gaza auszuschalten, jede kleinste Reparaturmaßnahme an einem jüdischen Haus in Ost-Jerusalem oder auch die Blockade Gazas könnten eventuell in Zukunft von den Palästinensern vor den Internationalen Gerichtshof gebracht werden und im schlimmsten Fall dazu führen, dass israelische Armeeangehörige und Politiker mit internationalen Haftbefehlen gesucht werden. Sollte dieses Szenario Wirklichkeit werden, wäre es für Israel katastrophal und es würde das Völkerrecht ad absurdum führen.

Kevin Zdiara: Der beteiligte Beobachter

siehe auch: Kevin Zdiara - Was passiert, wenn die Palästinenser einen Staat ausrufen?


Während ich diese fröhlich lärmenden Israelis beobachtete, wurde mir auf einmal klar, wie absurd dieses Hin und Her darüber ist, ob Israel ein „Existenzrecht“ als jüdischer Staat hat (oder welchen Unsinn die selbst ernannte Existenzpolizei sonst gerade bevorzugt). Diese Nation ist derart lebendig, dass sie die Menschen mehr als einfach nur existieren lässt. Existieren? Ha! Kann sein, dass Europäer das tun, vielleicht sind sie damit zufrieden, einfach nur zu existieren, und finden es daher notwendig, ihre eigenen Werte auf uns zu übertragen. Sie existieren. Wir in Israel hingegen existieren nicht nur. Wir leben. Wir sind lebendig. Gesund und munter und laut und stolz und sehr dankbar, dass wir es endlich nach Tausenden von Jahren bis nach Hause geschafft haben.

Ruth Hayes


Der spontane Marsch von 20.000 Israelis zum Elternhaus des von der Hamas gekidnappten Gefreiten Gilad Schalit und Ministerpräsident Netanjahus Angebot, 1000 Hamas-Terroristen gegen einen einzigen jungen Soldaten auszutauschen, sind zwei Gesten, die den Stellenwert eines einzelnen Menschen in einer demokratischen und zivilisierten Gemeinde deutlich machen.

Lord Weidenfeld


Gaza- Senior leader of the Islamic Resistance Movement "Hamas" Dr-Mahmoud Al-Zahar says Jews were kicked out by France, Britain, Russia and Germany “because they betrayed, stole and corrupted these countries." The Jews will soon be expelled from Palestine that same way they were kicked out by France, Britain, Belgium, Russia and Germany, Hamas leader Mahmoud Al-Zahar said over the weekend.

Zahar: Jews will soon be expelled from Palestine


Die arabische Welt ist kein Ort für wirkliche Demokratie. Wenn es einen demokratischen Prozess gibt, wird er Diktaturen bringen und die Region in eine Hölle verwandeln. Damit Israel überleben kann, ziehe ich stabile Länder vor, die Terroristen bekämpfen

Amos Gilad, der Chef der politischen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums.


Wenn die militanten Palästinenser die Waffen niederlegen, gibt es Frieden. Wenn Israel die Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr.

Henryk M. Broder


Der Islam’ [gehört] spätestens seit dem Tag zu Deutschland, an dem der Mufti von Jerusalem mit dem ‘Führer’ 1941 in Berlin zusammentraf, um ihm seine Hilfe bei der Endlösung der Judenfrage anzubieten.

Henryk M. Broder


"Beim arabischen Proteststreik gegen die jüdische Einwanderung im Oktober 1933 war auf Flugblättern und an den Mauern häufig das Hakenkreuz zu sehen. "Efforts to organize Nazi Associations have been revived", berichtet die britische Polizei im Sommer 1934 und beobachtet im Herbst des Jahres eine anhaltende NS-Propaganda in der arabischen Presse. In der palästinensischen Literatur wurden die Juden als geldgierig, verschlagen und skrupellos beschrieben, als Feiglinge, "neue Shylocks" und Söne des klingenden Goldes". Und es fand sich dort Lyrik wie diese: "Tretet den Juden auf die Köpfe./um Buraq und Haram zu befreien,/Ihr jungen Männer, schließt die Reihen,/greift sie zu tausenden an./ O Gott, wie schön ist der Tod/zur Befreiung von Haram und Buraq"

Michael Mallmann und Martin Cüppers: "Halbmond und Hakenkreuz – Das Dritte Reich, die Araber und Palästina"


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Russen, Chinesen und Japaner, verabscheuungswürdiger Präsident Bush, lieber Genosse Kim, hiermit kündige ich den Beginn eines Programms zur Entwicklung nuklearer Waffensysteme an.

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Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.

Golda Meir