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Thilo Sarrazin wurde zum Störfall der deutschen Integrationspolitik. Wer sich heute in seine Nähe begibt oder seine Thesen aufgreift, gilt als politisch verstrahlt. Das ist für seine Gegner bequem, denn so können Integrationsbeauftragte und Bildungspolitiker weitermachen wie bisher und sich auf der richtigen Seite wähnen. (…) Es wurde nicht weiter über die besten Konzepte der Integration, Bildungspolitik, Grundeinkommen und Bildungschancen gestritten, sondern über die mangelnde Empathie Sarrazins gegenüber Muslimen, vorgeblichen Rassismus, ethnische Diskriminierung und eine Debatte über Genetik, bei der einige froh schienen, diesen vom Autor selbst geschnitzten Knüppel gefunden zu haben, um sich nicht mit den anderen Thesen des Buches beschäftigen zu müssen. Die Folge davon ist das faktische Ende der Integrationsdebatte. Der Begriff „Multikulti“ gilt nun als passé, der Ersatzbegriff lautet in Integrationspolitikerkreisen deshalb jetzt „Diversität“. (…) Alles, der Islam, die Migranten, die soziale Lage ist nach dem neuesten Wissenschaftssprech „ambig“, vielschichtig, nicht zu fassen. Die Betroffenen sind für nichts verantwortlich zu machen, schon gar nicht für ihre Lage. Der Türke wird - so die Neudefinition - nur von den Deutschen zum Türken gemacht. Allein die Frage „Woher kommst du?“ wird in diesen Kreisen bereits als potentiell diskriminierend empfunden. Man ist kein Türke, kein Migrant, kein Muslim, sondern einer von vielen. Und für die ist Partizipation, Teilhabe angesagt, Integration gehört abgeschafft, denn alle sind plötzlich das neue Ganze. Der Einwanderer selbst fühlt sich postmigrantisch, meinen die intellektuellen Interkulturbeauftragten. Nur haben das die meisten Migranten und vor allem die Muslime noch nicht mitbekommen. Sie verhalten sich weiterhin „realdominant“, verstecken und bewachen weiter ihre Töchter, verteidigen ihre Kieze und Einflusssphären vor „Bio-Deutschen“, wie die Dorfwächter ihr Kaza in Anatolien. „Bio-deutsch“ ist ein Begriff, den der grüne „Bio-Türke“ Cem Özdemir für zutreffend hält und gern gebraucht.

Necla Kelek: Die postidentischen Deutschen


Ist doch klar, dass wir Deutschland lieben. Wir ziehen euch die Transferleistungen aus den Taschen und haben trotzdem keinen Respekt vor euch Deutschen. Wir halten euch für Kartoffeln, für Opfer.


Bushido


Die taz macht den Sarrazin:

... So kam etwa eine britische Studie zu dem Schluss, dass 60 Prozent der Todesfälle und schweren Erkrankungen bei Kindern verhindert werden könnten, "wenn die Inzucht beendet würde". So ist anzunehmen, dass auch die Leiden der Kinder von Seyran und ihrem Mann Askin mit der Verwandtschaft der beiden in Zusammenhang steht...

Cigdem Akyol / TAZ (!!!) : Alles bleibt in der Familie


mehr zur Sarrazindebatte > hier


Es ist bekannt, dass Kreuzberg weltoffen, fröhlich und kreativ ist, aber alles hat natürlich seine Grenzen. Die Kreuzberger Toleranz zum Beispiel deckt folgende Problemfälle nicht ab: Atomkraft-Befürworter, S21-Unterstützer, Juden, Sarrazin, BILD-Leser, Banker, FDP-Mitglieder, CDU-Mitglieder, ausländische Touristen, Porsche-Fahrer, McDonalds, Aktienbesitzer und Schwule. Außerdem ist nicht willkommen, wer kein Antikapitalist und kein Antiimperialist ist, wer im Kolonialismus nicht den Hauptgrund für die Probleme Afrikas sieht und den Westen nicht an und für sich schlecht findet. George Bush ist (weiterhin) das Böse, der Papst ebenfalls, dafür Ahmadinedschad aber nicht, weil das rassistisch und islamophob wäre und Rassisten und Islamophobe in Kreuzberg nix verloren haben. Die DDR war kein Unrechtsstaat, die Amis sind am 11. September selbst schuld (auch wegen Südamerika, Pinochet und so, die ganze Außenpolitik halt) und außerdem, wer hat die Taliban denn früher unterstützt? Kriege führt man immer ums Öl, sogar auf dem Balkan, wo es keines gibt. Polizeieinsätze sind Faschismus, der menschgemachte Klimawandel ein Fakt und wer „Deutschland schafft sich ab“ gelesen hat, ein Nazi.

Gideon Böss: Sarrazin befreite Zone


Ich bin gerade äußerst positiv überrascht über diese Reportage über islamische Parallelgesellschaften in Norwegen, die nach Breiviks Anschlag gedreht wurde. Laut norwegischen Polizeistatistiken wurden 100% der Vergewaltigungen in Oslo zwischen Fremden von nicht-westlichen Einwanderern verübt. Neun von zehn ihrer Opfer waren einheimische norwegische Frauen. Der Grund: Sie tragen kein Kopftuch.

CBN: Norwegen und Islam


Die Gene sind nicht an allem schuld: Die Umwelt, also auch die Erziehung, entscheidet, welche Anlagen sich entfalten. Die frühkindliche Prägung wiederum hinterlässt Spuren im menschlichen Erbgut. (…) Lange galt als ausgemacht, dass die Intelligenzunterschiede zwischen Menschen zu 80 Prozent auf Erbanlagen zurückzuführen sind. Mittlerweile geht die Forschung von maximal 50 Prozent fixem Gen-Beitrag aus - was einen ansehnlichen Spielraum für Eltern, Kindergärtner und Lehrer eröffnet.

mehr dazu hier: Jan Friedmann - Schalter für Stress


Seit Karl Kraus wissen wir, dass es Sachen gibt, die so falsch sind, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist, seit Goebbels wissen wir aber auch, dass man eine Lüge nur oft genug wiederholen muss, damit sie zur subjektiven Wahrheit wird. Auf die Verschwörungstheorien zu reagieren,sich mit ihnen auseinanderzusetzen, bedeutet beinahe automatisch, nach der Melodie der Verschwörungstheoretiker zu tanzen. Auch um die Ansicht zu widerlegen, die Erde sei eine Scheibe, die in einem Meer aus Sonnenöl schwimmt, muss man sich auf diese Ansicht erst einmal einlassen. Tut man es, hat man die Prämisse schon mal anerkannt; tut man es nicht, ist man Teil des "Schweigekartells". Der Verschwörungstheoretiker legt jede Reaktion auf seine Konstrukte als deren Bestätigung aus. Andererseits kann man dem Verschwörungstheoretiker das Feld nicht überlassen, wie gaga seine Theorien sein mögen. Nach dem Ersten Weltkrieg war die "Dolchstoßlegende" populär, wonach die deutsche Armee den Krieg gewonnen hätte, wenn die Heimatfront ihr nicht in den Rücken gefallen wäre. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden "Beweise" gesucht, dass es die Juden waren, die dem Deutschen Reich den Krieg erklärt hatten und dass Auschwitz, ebenso wie die anderen KZs, nur eine Art Gefangenenlager war. Seriöse Historiker traten an, um die "Auschwitzlüge" als Lüge zu entlarven.

Henryk M. Broder: Mit dem Ersten bombt man besser

(Mathias Bröckers und Christian C. Walther "11.9. - zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes.)


Bei meinen Fußballfreunden ist die Bundesliga-Konferenzschaltung schwer in Verruf geraten:
Ständig werde von einem Tor zum nächsten geschaltet, man könne die Entwicklung eines Spiels gar nicht mehr »lesen« und analysieren. Alles sei zerfahren, zerhackt, ein Spiel habe überhaupt keine Geschichte mehr: »TOOOOR in Abbottabad. OSAMA BIN LADEN in einer Blitz-Aktion erschossen, Washington jubelt!« Angela Merkel kann gerade noch in Berlin sagen: Oh, sie freue sich, dass es gelungen sei, bin Laden zu töten, dann wird umgeschaltet: »TOOOR in New York! Sofitel, Suite 2806, 12 Uhr, Housekeeping, schwarzes Zimmermädchen! STRAUSS-KAHN läuft nackt aus dem Badezimmer...Paris bebt, der Euro zittert!« (…) Bewusstseinstechnisch können wir auch wieder Eier essen, Rind, Geflügel, Fischstäbchen, Nudeln, Babynahrung et cetera. Es ist immer der nächste Skandal, der den vorherigen aus dem Bewusstsein schiebt: Dioxin? Nitrofen? Acrylamid, Glykol, Pestizide? BSE, H1N1, Vogelgrippe? Gammelfleisch, Fischwürmer, Mäusekot? Alles verschwunden und vorbei, und wahrscheinlich könnte man bald auch schon wieder getrost Gemüse aus Fukushima vertilgen, wenn aus unserem Bewusstsein die japanische Strahlung verschwunden ist.

Moritz Rinke: Fanatiker des Augenblicks


Psychologen haben herausgefunden, dass statt Intelligenz eher Extrovertiertheit und Gewissenhaftigkeit darauf deuten, dass jemand zu einer Führungspersönlichkeit wird. Der IQ liegt in seinem Einfluss gleichauf mit emotionaler Stabilität, die ebenfalls eine Rolle spielt für den Führungsjob. Wie gut man seinen Job erledigt - egal ob Führungsjob oder nicht -, hängt hingegen stark von der Intelligenz ab. Zusätzlich spielt auch die Gewissenhaftigkeit eine große Rolle. Der IQ taugt interessanterweise weitaus besser dazu, vorherzusagen, welche akademische Leistung jemand erbringt, als welche Leistung er im Beruf erbringt. Die Noten in der Schule und die Leistung am Arbeitsmarkt hängen nicht so eng zusammen, wie Bildungs-Enthusiasten uns glauben machen.

Lisa Nienhaus: Intelligenz ist nicht alles


Forscher aus Heidelberg haben einen neuen Indikator für geopolitische Stabilität entwickelt. Ihr "Disputeindex" mutet auf den ersten Blick ein wenig skurril an: Er misst, wie oft von einem umstrittenen Wikipedia-Beitrag auf die Wikipedia-Hauptseite eines Landes verlinkt wurde. Aber der Index funktioniert. Er kann überraschend zutreffende Aussagen darüber treffen, wie es um die geopolitische Stabilität in dem betreffenden Land bestellt ist.

Wikipedia weiß, wie stabil ein Staat ist


„Links“ stand früher einmal für fortschrittlich, aufgeklärt, human, demokratisch, internationalistisch, sozial und egalitär. Es steht heute für antiwestlich, beharrend, kulturrelativistisch, antiwissenschaftlich, protektionistisch, etatistisch, bürokratisch und elitär. Dass ich im Gegensatz zu früher für den Kapitalismus plädiere, liegt daran, dass ich durch Anschauung, Lektüre und insbesondere durch Reisen erkennen musste, dass eine freie Marktwirtschaft das beste Rezept gegen Armut ist. Deshalb liebe ich die Reichen immer noch nicht und bin ein „Gefühlslinker“ geblieben.

Michael Miersch


Salman Rushdies Antwort auf die Frage, was denn "die Werte des Westens" seien: "Küssen in der Öffentlichkeit, Schinken-Sandwiches, öffentlicher Streit, scharfe Klamotten, Literatur, Großzügigkeit, Wasser, eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der Welt, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe.“ Für diese kleine, absolut unvollständige Aufzählung, die Rushdie kurz nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 formulierte, haben viele Linksintellektuelle bis heute nur Hohn und Spott übrig. Denn am tiefsten Grunde ihrer mal mehr, mal weniger heimlichen Affinität zu Diktatoren im Revolutionshemd oder in schicken Phantasieuniformen mit Pistole und Patronengürtel liegt die Geringschätzung, ja Verachtung der repräsentativen, parlamentarischen Demokratie, der Kultur und Lebensweise des Westens insgesamt.
Freiheit und Menschenrechte sind da für viele nur die verlogene kapitalistische Folklore eines „eurozentrischen Kulturimperialismus“, der die Welt unter das alleinige Gesetz des Profits stellen will. Wer ein solches Selbstbild von der Gesellschaft mit sich herumschleppt, in der er lebt und arbeitet, ist geradezu gezwungen, sich immer wieder auf die Suche nach dem gelobten Land zu machen – und nach den Helden seiner Träume. Zur selbstverständlich kritischen Stärkung der Demokratie trägt er so allerdings kaum bei.

Reinhard Mohr: Sehnsucht nach der starken Hand


There are believed to be 11 million undocumented immigrants in the United States. We’re not always who you think we are. Some pick your strawberries or care for your children. Some are in high school or college. And some, it turns out, write news articles you might read. I grew up here. This is my home. Yet even though I think of myself as an American and consider America my country, my country doesn’t think of me as one of its own.

Jose Antonio Vargas: My Life as an Undocumented Immigrant


Rein theoretisch sollte man annehmen, dass angesichts der Bilder, die uns aus Arabien erreichen, auch in der Bundesrepublik etwas los sein müsste. Dass allerorten Soli-Kundgebungen stattfinden, dass die verschiedenen Zweige der deutschen Demokratie- und Friedensbewegung den Menschen zu Hilfe eilen würden, die für Freiheit und Menschenrechte, für ein selbstbestimmtes Leben also, ihr Leben riskieren. Aber nichts dergleichen passiert. Es herrscht Ruhe an der deutschen Friedensfront. Claudia Roth, die eben erst nach einem Besuch in Teheran für mehr “Kulturaustausch” eintrat, um die “Zivilgesellschaft” im Iran zu stärken, schweigt. Konstantin Wecker, der 2003 nach Bagdad reiste, um sich dort zusammen mit Saddam Hussein fotografieren zu lassen, hat gerade Wichtigeres zu tun. Und der Rest der Friedensbewegung wartet auf besseres Wetter, um wieder nach Gaza segeln zu können, abgelaufene Medikamente und kämpferische Parolen im Gepäck. Diese revolutionäre Ruhe ist schwer zu begreifen. Sie dürfte zwei Ursachen haben. Erstens demonstrieren die Menschen in Tunesien, Ägypten und Jemen nicht gegen den Imperialismus, den Kapitalismus und den Zionismus. Sie verbrennen keine US-Fahnen und rufen nicht “Tod für Amerika!” und “Israel muss weg!”

Hendryk M. Broder: Aufstand in Arabien – Friedensbewegung schweigt


Herzlichen Glückwunsch, Berlin! In einem Bezirk wie Friedrichshain-Kreuzberg sind durch demokratische Wahlen Verhältnisse geschaffen worden, wie sie in undemokratischen Systemen nur durch Zwang zustande kommen. Die vereinigte Linke, wenn man sie mal so nennen darf (Grüne, SPD, Linke, Piraten, Die Partei), kommt in Friedrichshain-Kreuzberg auf 85,9 Prozent. Eines ist damit – und auch sonst – klar: Die Vergriechenlandisierung (kurz: Vergriechung) der ohnehin verarmten deutschen Hauptstadt wird sich weiter beschleunigen.

Malte Lehming: Die Piraten und Berlin - Ein Unreifezeugnis


In einer Zeit, da Leerverkäufe an den Börsen geächtet werden, schafft es eine Partei ins Parlament, die Ahnungslosigkeit zum Programm macht. Was sagt es also aus über eine Gesellschaft, die nicht nur Armut sexy findet, sondern offenbar auch Geistesarmut? Lässt man die unhöflichsten Interpretationen einmal beiseite, so kann man der Hauptstadt immerhin Konsequenz und Ehrlichkeit bescheinigen: Wer genauso doof ist, wie man selbst, der eignet sich gut zum Volksvertreter. Außerdem produziert man hinter keine Enttäuschung, wenn man vorher sagt, dass man keine Ahnung hat.

Ralf Schuler über den Wahlerfolg der Piratenpartei: Die Großstadt-Guerilla marschiert


Um zu erkennen, wo die Absturzkante einer parlamentarischen Demokratie liegt, braucht man sich nur den Wikipedia-Eintrag von Silvio Berlusconi anzuschauen. Dabei besteht die eigentliche Tragik nicht etwa in der Person Berlusconi, sondern in der Tatsache das die Mehrheit der 47 Millionen wahlberechtigten Italiener diesen von jeglicher Gedankensschwere befreiten früheren Staubsaugervertreter seit 15 Jahren stets zur Wiederwahl verholfen haben.


Man kann im Rahmen des Grundgesetzes wunderbar den Kapitalismus überwinden - und mehr als das wollen wir auch nicht

Sahra Wagenknecht


Und so steht sie am Rednerpult: Das dunkelrote Kleid, knöchellang und hoch geschlossen, die Haare nach hinten gesteckt, ganz streng, ganz Rosa Luxemburg. Sie rechnet mit dem System ab: Der Kapitalismus darf nicht umgemodelt, er muss überwunden werden, der Finanzkapitalismus besser heute als morgen. „Kapitalismus bedeutet immer Krieg“, ruft sie in den Saal. Die Bundeswehr und die Nato gehören abgeschafft, die Banken verstaatlicht, Mindestlohn zehn Euro, Reichensteuer sowieso: „Die Schulden der Staaten sind die Vermögen der Reichen.

Sahrah Wagenknecht auf einer Veranstaltung in der Humboldt-Universotät im Oktober 2011


Das Vertrauen der Deutschen in die Soziale Marktwirtschaft ist auf ein Rekordtief gefallen. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) vertraten nur noch 48 Prozent die Auffassung, die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik habe sich bewährt

Berliner Zeitung vom 10. November 2010


In ihrer Niedertracht knüpfte die RAF an die Tradition der SS an. Gleiches gilt für ihre Weigerung zu reden, wie kürzlich die Prozesse gegen den SS-Mann Demjanjuk und gegen die mutmaßlichen RAF-Mörder von Generalbundesanwalt Siegfried Buback erneut zeigten. Und es gibt noch mehr verstörende Daten (...) Um nur einige verstörende Daten in Erinnerung zu bringen: Der RAF-Anwalt Horst Mahler ging nicht nur von der RAF zur NPD, er kam auch von ganz rechts zur mordbereiten Linken. Der offensiv antisemitische Kommunarde Kunzelmann verübte am 9. November 1969 in Berlin einen Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus. Auf dem Flug nach Entebbe selektierte der Entführer und Gründer der Roten Zellen, Wilfried Böse, die Juden vom Rest der Passagiere. In palästinensischen Ausbildungscamps wurden die RAF-Leute mit Hitler-Fotos und dem Ausruf „Hitler – guter Mann“ begrüßt; dort lernten sie auch, was die Generation ihrer Nazi-Väter gelernt hatte: wie man Juden tötet. Ulrike Meinhof hatte dazu aufgefordert, sich wegen der Nazigeschichten nicht das Recht auf den Kampf gegen Israel ausreden zu lassen. Die DDR war sich nicht zu schade, schützend die Hand über die antisemitischen Mörder der RAF zu halten.

Jochen Hörisch: Das Schweigen der Mörder


Die Vorsitzende der SED-Mutation Linke Gesine Lötzsch ermuntert ihre Partei, „viele unterschiedliche Wege“ zum Kommunismus auszuprobieren. "Manchmal", sagt sie weiter, "nicht immer, hilft ein Blick in die Geschichte.." - Wie wahr! Die vielen verschiedenen historischen Wege zum Kommunismus:

1. Der Chinesische: 65 Millionen Tote
2. Der Sowjetische: 20 Millionen Tote
3. Der Afghanische: 1,5 Millionen Tote
4. Der Afrikanische: 1,5 Millionen Tote
5. Der Nordkoreanische: 2 Millionen Tote
6. Der Kambodschanische: 2 Millionen Tote
7. Der Osteuropäische : 1 Millionen Tote
8. Der Vietnamesische: 1 Millionen Tote
9. Der Latainamerikanische: 150 000 Tote
10. Der Ostdeutsche: 1065 Grenz-, und Mauertote

Angaben aus dem „Schwarzbuch des Kommunismus“ und vom Museum am Checkpoint-Charly. Gesine Lötzsch ist das wahre Gesicht der SED-Linken!

Vera Lengsfeld


Im Vergleich zur BRD war die DDR in jeder Phase ihrer Entwicklung – selbst noch in ihrem ärgsten Niedergang – das friedlichere, sozialere, menschlichere Deutschland.

Sahra Wagenknecht - Quelle: Pressedienst der PDS, Nr. 48/1994 / siehe auch: Wollen Sie BMW enteignen?


MfS-Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge, die Zersetzung betreffend


Die Linkspartei hat laut Bild-Zeitung dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zum 85. Geburtstag ein Glückwunschschreiben geschickt. Die Kritik bleibt nicht aus. In dem von Parteichefin Gesine Lötzsch und Co-Vorsitzenden Klaus Ernst unterzeichneten Brief vom 13. August 2011 heißt es: „Du kannst voller Stolz auf ein kampferfülltes Leben und erfolgreiches Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution zurückblicken.“ Unter seiner Führung habe Kuba „beispiellose soziale Errungenschaften in Bildung, Wissenschaft und Kultur, im Gesundheitswesen und Sport“ erreicht. Das Land sei deswegen ein Vorbild für viele Völker auf der Welt.

Linkspartei schreibt Fidel Castro Geburtstagsbrief


Castros ominöse Auftritte [u.a. das Gespräch mit dem US-Journalisten Jeffrey Goldberg] erhärten den Eindruck, dass die Tage des kubanischen Sozialismus mit Fidels Ableben gezählt sein werden. Denn im Kern war der nur das Phantasma und Privatexperiment eines egomanischen Charismatikers, der ein ganzes Land für 50 Jahre in Besitz nehmen musste, um sich optimal selbst zu verwirklichen und als mythologische Gestalt zu inszenieren.

Richard Herzinger


Castro, der sich gerühmt hat, das Bordell, das Kuba vor der Revolution war, geschlossen zu haben, herrscht jetzt über ein Land mit der vermutlich höchsten Nuttendichte in Latainamerika. Hasta la victoria sempre!

Vera Lengsfeld/ siehe auch: In Castros Reich und Turismo o Muerte


Die kapitalistische Industrialisierung führte nach und nach aus dem ewigen Mangel der feudalen Agrargesellschaften. Und sie gewann an Fahrt. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) stellte fest, dass in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die weltweite Armut stärker zurückgegangen ist als in den 500 Jahren davor. Zwischen 1984 und 2004 sank die Zahl der Armen nicht nur in relativ (also im Verhältnis zur rasant wachsenden Bevölkerung) sondern auch absolut: Die Weltbevölkerung wuchs in dieser Zeit um 1,8 Milliarden Menschen, die Zahl der Armen schrumpfte um 200 Millionen.

Michael Miersch: Verteidigung des Kapitalismus - Zehn Argumente zur Beibehaltung einer ungeliebten Wirtschaftsweise – und eines dagegen


Bill Gates mag Milliarden pro Jahr zur Bekämpfung von Krankheiten wie Aids und Malaria spenden und damit mutmaßlich mehr zur Linderung der weltweiten Not getan haben als alle arabischen Öl-Emirate zusammen, aber auf den T-Shirts der Jugend prangt der Kopf von Ernesto Che Guevara, dessen Beitrag zur Armutsbekämpfung wilde Reden, eine romantische Motorradfahrt durch Südamerika und ein gescheiterter Umsturzversuch im bolivianischen Urwald sind, bei dem er zum Zeitvertreib gern am frühen Nachmittag ein paar Scheinexekutionen vornehmen ließ.
Jan Fleischhauer


Bezogen auf das Jahr 2007, hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung festgestellt: Das unterste Fünftel der Steuerpflichtigen zahlt praktisch keine Steuern – jene, die weniger als 8.200 Euro pro Jahr an Rente oder Lohn beziehen. Interessanter ist das »reichste Zehntel«: Das zahlt über die Hälfte (52 Prozent) des Steueraufkommens. Und die ganz Reichen – ein Prozent? Die waren (2002) für mehr als ein Fünftel des Steueraufkommens gut. Wie reich sind denn die »Reichen«, die Top-Ten-Prozent? Nicht besonders. Ihr Jahreseinkommen betrug 2007 im Durchschnitt knapp 90.000 Euro.

Josef Joffe: Lasst die "Reichen" in Ruhe


Man muss erst darüber nachdenken, wie Vermögen heutzutage entstehen. Hortet einer zehn Milliarden an Liquidität, egal ob im Unternehmen oder privat, dann würde mich interessieren, ob das für unser Zusammenleben in Frieden gut ist. Daraus entsteht meines Erachtens kein Wohlstand. Es werden nie alle den gleichen Wohlstand haben, weil nie alle Gleiches leisten, die Lektion sollten wir jetzt mal gelernt haben. Es wird solche geben, die ganz viel Geld haben, und es wird andere geben, die ganz wenig haben. Aber man darf doch die Armen und die Reichen nicht gegeneinander aufhetzen. Wer sich sein Geld als Politiker verdient und meint, es reiche für seine Profilierung, die Umverteilung zu propagieren, der sollte wegen Missbrauchs der ihm anvertrauten Geschäfte in den Kerker geworfen werden.

Martine Dornier-Tiefenthaler


Die Linke
weiß nicht, wofür sie steht, hat keine Vision von einer guten oder auch nur besseren Gesellschaft. In Ermangelung einer solchen Vision bedeutet links einfach, ständig zu protestieren. Und da sich die vehementesten Proteste gegen die Auswirkungen eines rapiden Wandels richten, sind Linke konservativ.

Tony Judt


Es gibt soziale Ungleichheit und es gibt Profiteure sozialer Ungleichheit. Es gibt auch zynische Ignoranten, die das völlig in Ordnung finden und absichtlich in Kauf nehmen und fördern. (…) Die Idee aber, dass Personen die bewusst auf das Elend anderer spekulieren, die einzige und ausschlaggebende Ursache von sozialem Elend seien, lässt sich nicht durch Beispiele ruchloser Profitgeier begründen.
Diese Beispiele können nämlich auch, und zwar ziemlich zwanglos, als eine Begleiterscheinung der kreditwirtschaftlichen Produktionsweise verstanden werden.

Leserkommentar von "morph"


Immer noch erscheint der Sozialismus vielen attraktiv. Ich glaube, das hat tiefe Ursachen in der Sozialisierung der Menschen. Die Verhältnisse der kleinen Gemeinschaft, der Familie oder des Stamms, werden auf eine große Wirtschaftsordnung übertragen. In der kleinen Gemeinschaft sehe ich die Bedürfnisse des anderen und helfe, umgekehrt wird mir geholfen. In den frühen Gesellschaften sind die Frauen und Kinder in den Wald gegangen und haben Wurzeln und Beeren gesammelt, die Männer gingen auf die Jagd. Wer ein Tier erlegen konnte, hat die Beute mit allen anderen im Stamm geteilt. Diese Verteilungsmentalität hat sich tief in die Menschen eingebrannt. Sie ist aber der heutigen Wirtschaft, die auf anonymem Austausch und Spezialisierung in der Großgesellschaft beruht, nicht mehr angemessen.

Vernon L. Smith


Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde "Der kommende Aufstand" von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines angeblich international bekannten »Terrorismusfalls« beschlagnahmt, als ein »Handbuch des Terrorismus«, und war Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Tatsächlich enthält das Buch eine radikale, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren. Für die Autoren dieses Manifests sind die brennenden Vorstädte in Frankreich oder die Straßengewalt in Griechenland revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Die Autoren fordern einen Kommunismus als »ergebnisoffenen« Prozess, die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit.

(Edition Nautilus )


Der Autor Peter Praschl hat dazu einen absolut lesensweren Kommentar in geschrieben: Was "Landlust"-Leser mit Neo-Revoluzzern verbindet"


Ich habe die Bilder von den - trotz Grün-Rot, oder wegen! - erneut aufflackernden Demos vor dem Hauptbahnhof Stuttgart 21 gesehen. Und da trafen sich die alten guten Häuflein betagter Bürger zum Protest, wohl gerüstet und froh gestimmt, es war wie beim Wandertag. Alle trugen Gesundheitslatschen, Anoraks und bequeme Hosen, setzten sich gemütlich hin, protestierten und ließen sich selig lächelnd wie dicke, fette Babys, Männlein wie Weiblein a. D., von freundlichen jungen Polizisten aus dem Weg tragen. Ein Service de luxe." Das koschtet nix!", hatten die bestimmt gedacht, und man wird weggetragen, als wäre die Polizei eine Schwebebahn und
das Ganze ein Kindergeburtstag, fehlt nur Sackhüpfen und Käsetorte. Und da machen wir künftig munter weiter, damit die Zeit vergeht. Die Welt in Stuttgart und vor Stuttgart 21 ein einziger Rentner-Freizeitpark, in dem die Polizei für Bewegung sorgt.

Hellmuth Karasek: Stuttgarter Kuschel-Demo 21


Die Mitte des Landes wird als rechtsextrem diffamiert. Die Rechtsextremismus-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ist nicht seriös, sondern eine offen ausgesprochene linke Kampfschrift gegen liberale und konservative Auffassungen und die hiesige Gesellschaftsordnung. Besorgniserregende Werte zeigen sich bei „Chauvinismus“ (19,3 Prozent) und „Ausländerfeindlichkeit“ (24,7 Prozent), bei den anderen Einstellungsdimensionen liegen die Werte trotz mitunter suggestiver Fragestellungen deutlich unter zehn Prozent. So neigen nur sehr wenige zur Verharmlosung des Nationalsozialismus und zu sozialdarwinistischen Statements, die den Kern einer rechtsextremistischen Ideologie ausmachen.
Als Chauvinist beziehungsweise Nationalist gilt den Forschern eine Person, die sich zu einem starken Nationalgefühl bekennt, sich für ein energisches Durchsetzen deutscher Interessen einsetzt und fordert, dass Deutschland die Macht und Geltung erhält, die ihm zustehe. In keinem anderen Land würde eine breite Zustimmung hierfür zu einer öffentlichen Debatte über Rechtsextremismus führen.

Klaus Schröder


“Wenn Sie ein Kilo Eiscreme mit 100 Gramm Hundekacke mischen, wird das Ganze nicht nach Eiscreme sondern nach Hundekacke schmecken.“ (Freitag, 6.11.2009, Radio 1, Kommentar zum Tage um 8 nach 8 zur Bildung der rot-roten Koalition in Brandenburg.) - Eine Einsicht, so einfach wie die, dass die DDR eine Diktatur der Kleinbürger war, Nationalsozialismus mit menschlichem Antlitz, ein Staat, in dem Menschen unterdrückt, verfolgt und, wenn es sein musste, auch umgebracht wurden.
Viele ehemalige Ossis sehen das freilich anders. Jeder zweite ist der Meinung, die DDR war kein Unrechtsstaat, 0% glauben, es ging in der DDR gerechter zu als in der Bundesrepublik heute. Und wenn sie könnten, würden sie am liebsten rübermachen, in den Osten, aber ihren VW Passat und den letzten Plasmabildschirm natürlich mitnehmen.

Henryk M. Broder / siehe auch: Die SED ist tot, es lebe die SED-PDS-Linkspartei-Linke


Nach der [Wahl]-Veranstaltung gehe ich noch eine Runde um den Block, um die schöne Nacht zu genießen. Als ich mich meinem Auto nähere, das ein paar Straßen von der Kirche entfernt geparkt war, sehe ich [Hans-Christian] Ströbele Fahrrad schiebend mit einer rothaarigen Dame auf einen dunkelblauen VW mit extra großer Ladefläche zusteuern. Das symbolträchtige Fahrrad wird im Auto verstaut und ab geht die Fahrt. Links blinken und rechts überholen. Quod erat demonstrandum.

Vera Lengsfeld - Ströbele der Pharisäer


Zu Besuch bei einer befreundeten Familie in Hamburg-Eimsbüttel. Großzügige Altbauwohnung, gehobener Standard. Bei einem Spaziergang durchs Viertel fällt ins Auge: Frisch renovierte Fassaden werden allenthalben von Graffiti verunziert. Unsere Freunde sagen entschuldigend: "Damit muss man halt leben, wir sind ja liberal." Aha. Liberal. Ein paar Tage später eine Diskussion am Rande einer Geburtstagsparty in München-Schwabing. Zwischen Pace-Fahne und Designersofa gut eingerichtete Menschen mittleren Alters. Die gewaltsame Befreiung unterjochter Völker lehnt man hier ab, die gewaltsame Befreiung von Laborratten wird hingegen ausdrücklich begrüßt. Man sei halt liberal.

Dirk Maxeiner und Michael Miersch


Wer einmal alle aktuellen Zeitschriften kaufen will, die sich der Sehnsucht nach dem Leben auf dem Lande widmen, der braucht einen starken Arm. Man nehme LandLeben, LandIdee, LandSpiegel, Liebes Land, Mein Schönes Land, Hörzu Heimat, schnell wächst der Stapel, und zuoberst liegt das populärste Idyllmagazin. (...) Offenbar geht es um Projektionen, um Wunschbilder. Die Marmeladenfirma Schwartau nennt einen neuen Aufstrich »Hofladen« und kündigt ihn so vollmundig an, dass man als Großstädter einfach zugreifen muss: »Es kommen nur wild wachsende Früchte ins Glas – ganz so, als würden Sie selbst sammeln gehen.« Der Sorte Holunder-Heidelbeere attestiert das Etikett sogar mythische Qualität: »Man sagt, dass Holunder im Garten Haus und Hof schützt.« Schützt Holunder jetzt also auch Kühlschränke und Dreizimmerwohnungen am Prenzlauer Berg? Hilft Holunder gegen die Schwermut in den Ballungszentren?

Ulrich Stock: Landlust, Landfrust

Lesenswert: "ZEIT"- Serie über "Urban Gardening"


Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit hungern, während in einem Durchschnittshaushalt in Europa oder den USA rund ein Drittel der gekauften Lebensmittel in den Müll wandern. Nahrungsmittel im Wert von über 32 Milliarden Euro (48 Milliarden US-Dollar) werden jedes Jahr allein in den Vereinigten Staaten weggeworfen.

Aus einer Studie der Allianz-Versicherung